Barrierefreie Webauftritte sind grün


24.03.2008

taubedecktes Gras im Sonnenschein

Die Computermesse CeBIT trieb in diesem Jahr ausgiebig die "Grüne Informationstechnik" durchs Dorf. Und ich lege hiermit eins drauf: Wer einen barrierefreien Webauftritt hat, ist damit umweltfreundlicher als der Betreiber eines Webauftritts "alter Schule"! Warum?

Ein barrierefreier Webauftritt ist zunächst sauber strukturiert. Die strikte Trennung von Inhalt und Layout bedingt, dass im HTML-Quelltext der Seite wirklich nur die nötigsten Anweisungen stehen. Das CSS (und eventuelle Scripts) ist ausgelagert, die Seitenstruktur ist so schlank wie möglich aufgebaut. Und gut programmierte Content Management Systeme (CMS) sind problemlos in der Lage, sauberen und schlanken Quelltext auszuliefern. Daraus kann man zweierlei ableiten: Erstens belastet ein kürzerer Quelltext in der Auslieferung die Datenleitungen und Server weniger. Und sinnvolle (schlanke) Strukturbausteine zu erzeugen ist für ein CMS sicher auch weniger rechenintensiv als das Erzeugen eines komplex verschachtelten Tabellenverhaus. Zumal bei echter Barrierefreiheit keine zusätzlichen Versionen für Behinderte (Stichwort Textversion) oder für alternative Medien (zum Beispiel mobile Geräte) berechnet werden müssen, genauso wenig wie separate Druckversionen, die dank einer mediengerechten CSS-Datei quasi von selbst entstehen. Ergo dürfte sich insgesamt eine geringere Last für die Server ergeben.

Glauben Sie nicht? Beim Relaunch des Webauftritts vom Südwestrundfunk SWR haben wir mal drauf geachtet. Der Umfang der CSS-Definitionen hat natürlich signifikant zugenommen (heute knapp 250 KB auf der Startseite gegenüber 13 KB vor dem Relaunch). Die CSS-Dateien werden allerdings nur einmal geladen und dann vom Browser lokal aus dem Cache genutzt. Das reine HTML hat sich dagegen um 60 bis 80 % reduziert. Und das bei jeder Seite, die besucht wird. Bei über 50 Millionen Einzelseiten-Aufrufen (so genannten Page Impressions) im Monatsmittel kommt doch ganz schön was zusammen.

Der Webauftritt der Stiftung Schloss Dyck hatte zu seligen Tabellenzeiten ein HTML-Gewicht von 27 KB (auf der Startseite), der neue Auftritt kommt mit schlanken 8 KB aus. Im Durchschnitt aller vergleichbaren Seiten hat sich das HTML auf ein Drittel verschlankt.

Wenn Sie also was fürs Klima und die Umwelt tun wollen, sollten Sie auch mal über einen barrierefreien Webauftritt nachdenken. Wäre ein Relaunch nicht sowieso mal fällig? Dann lässt sich das in einem Zug erledigen. Ich berate Sie gern, rufen Sie doch mal unverbindlich an.