Ende des GEZerres


22.10.2006

Alte Radioskala

Am Donnerstag haben sich die Ministerpräsidenten der Länder in Bad Pyrmont auf die neue GEZ-Gebühr für internetfähige PCs geeinigt. Sie wird ab 1. Januar 2007 fällig, sofern man noch kein Rundfunkgerät bei der GEZ gemeldet hat. Erwartungsgemäß werden viele erleichtert aufatmen, da der große Kelch (Fernsehgebühr 17,03 Euro pro Monat) an uns vorüber ging, und dankbar den kleinen Becher nehmen. Pro Monat sind demnach 5,52 Euro fällig, die bisherige Rundfunkgebühr.

Private Nutzer haben in der Regel ein Rundfunkgerät (angemeldet); für sie ändert sich nichts wegen der so genannten Zweitgerätefreiheit. Für Firmen gilt nun: Wer noch kein Rundfunkgerät gemeldet hat, auch nicht im dienstlich genutzten Auto, muss künftig 66,24 Euro im Jahr an die GEZ zahlen. Die Zahlungspflicht erstreckt sich jeweils einmal auf jeden Standort. Als Freiberufler oder Kleingewerbetreibender mit einem Standort zahlt man also 5,52 Euro pro Monat, der Siemens-Konzern zum Beispiel würde für seine rund 120 Standorte in Deutschland 662,40 Euro im Monat zahlen.

Nur: Wenn schon kaum ein Privater was zu zahlen hat und Firmen in der Regel bereits ein Autoradio gemeldet haben, wer zahlt dann überhaupt? Und wo sollen dann die erhofften 10 Millionen Euro an Mehreinnahmen kommen? Hier wird sich wohl in den nächsten Jahren grundlegend etwas ändern müssen, wenn das gebührenfinanzierte Fernsehen noch ein Zukunft haben soll.