Die Bienenwaben sind zugedeckelt


26.07.2006

Die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Chancen feiern eine neue Rekordbeteiligung bei der BIENE 2006. Ganze 376 Einreichungen gab es in diesem Jahr, gut 15 Prozent mehr als 2005. Und die BIENE zieht weite Kreise: 30 Anmeldungen kamen aus Österreich, der Schweiz, aus Estland, Finnland, Griechenland und Großbritannien.

Um den Nachwuchspreis, der in diesem Jahr zum zweiten Mal ausgeschrieben war, bewerben sich 27 Teilnehmer. Das erstmalige Angebot, Webauftritte unabhängig von Anbieter oder Produzent zur BIENE vorzuschlagen, wurde 104 mal genutzt. Gerade da darf man gespannt sein, welche Beiträge es zur Nominierung schaffen. Immerhin haben sich hier die Nutzer selbst mit der Barrierefreiheit der vorgeschlagenen Webangebote befasst und somit eine Vorauswahl aus Nutzersicht getroffen.

Neben der Möglichkeit, barrierefreie Internetangebote zur Bewertung vorzuschlagen, gab es eine weitere Neuheit: Die Bewertung erfolgt nach einem überarbeiteten Kriterienkatalog und in neuen Kategorien. Die Kategorien berücksichtigen diesmal die unterschiedliche Komplexität der eingereichten Beiträge. In den letzten Jahren war immer wieder die Kritik laut geworden, dass man schlecht kleinere Webauftritte mit wenigen, handgepflegten Seiten genauso bewerten könne wie große Auftritte, die auf einem CMS basieren und meist von vielen Redakteuren mit Inhalten versorgt werden.

Der Aufwand umfangreicher Auftritte mit verteilten Redakteursarbeiten ist doch ungleich höher; alle Redakteure müssen auf die Barrierefreiheit eingeschworen werden, um BIENE-gerechte Seiteninhalte zu produzieren und das System selbt braucht in der Regel einige Schubser, bis es die Kriterien barrierefreier Internetauftritte klaglos erfüllt.

In den nächsten Wochen haben nun die Tester alle Hände, Augen, Ohren, Tasten, Mäuse und weitere Zugangstechniken voll zu tun, um den Honig vom Wachs zu trennen. Am 8. Dezember ist es dann soweit, wenn die begehrten BIENEN 2006 in Berlin vergeben werden. Bis dahin heißt es: Daumen drücken.

Angesichts der Ergebnisse vom letzten Jahr wünsche ich mir noch, dass sich die Medien diesmal nicht wieder blamieren. Sie haben zwar keine eigene Kategorie mehr (Zufall?), könnten aber endlich mal ihre Affinität zum Medium Internet unter Beweis stellen. Ich bin gespannt!

Weitere Infos: www.biene-award.de.