Bienen können auch stechen


12.12.2005

Die Biene, das Logo des gleichnamigen Wettbewerbs

Am 9. Dezember 2005 wurden in Potsdam die BIENE-Awards 2005 verliehen. In der Caligari-Halle im Filmpark Babelsberg fand der Festakt in den Original-Kulissen des Coconut Groove-Nachtklubs aus dem Film Beyond the Sea statt. Vier goldene Bienen bei insgesamt 16 Prämierungen fanden Ihre stolzen Besitzer. Zwei der goldenen Bienen gingen an den Landtag Nordrhein-Westfalen und das Landesportal Baden-Württemberg, die zeigen, dass man auch auf Landesebene das Recht auf barrierefreie Informationen Ernst nimmt.

Auf Bundesebene gab's die einzige silberne Biene für die Deutsche Bundesbank. Hier sollten sich andere Bundesinstitutionen ihrer Pflicht erinnern und bei (hoffentlich) erfüllten BITV-Anforderungen Vorbildwirkung demonstrieren, indem sie sich zur kommenden BIENE 2006 anmelden.

Die größte Enttäuschung bot die Kategorie Medien. Hier gab es mit Abstand die wenigsten Einreichungen (16) und nur eine Nominierung. Die Jury sah sich bei der Qualität des nominierten Beitrags gegenüber den anderen BIENE-Siegern veranlasst, in dieser Kategorie die Biene im Stock zu lassen und keinen Preis zu vergeben. Hoffen wir, dass dies die Medien, die wohl die stärkste Bindung zum Internet haben sollten, zu mehr und qualitativ höheren Beiträgen im kommenden Jahr anspornt. Es ist befremdlich, dass gerade hier das Interesse am BIENE-Award so schwach ist.

Umso erfreulicher war die Vergabe von zwei Nachwuchspreisen und zwei Sonderpreisen. Gerade der Auftritt des Kindergartens des Sport-Clubs Ottensen zeigte, dass Nachwuchstalente wie die Auszubildenden der Xplain GmbH sehr wohl in der Lage sind, den Großen das Wasser zu reichen. Sowohl gestalterisch wie technisch setzt dieser Auftritt Maßstäbe und beweist, dass es Firmen gibt, die ihre Auszubildenden ernstnehmen und sie nicht nur Kaffee kochen lassen.

Simon Bienlein (Nomen est omen) erhielt zu Recht einen Sonderpreis für die zielgruppengerechte Umsetzung von Linux für Blinde. Selbst als Blinder am Computer aktiv, eröffnet er anderen blinden Computerinteressierten eine einfache Möglichkeit, sich mit dem Betriebssystem Linux und seiner Installation zu befassen. Rechtsanwalt Dr. Oliver Tolmein bekam den zweiten Sonderpreis für seine Kanzleipräsentation, die umfassend mit Gebärdensprachfilmen und Leichter Sprache daher kommt.

Erwähnen sollte man letztlich noch, dass erstmals eine Biene außerhalb Deutschlands gelandet ist. Das Österreichische Jüdische Museum erhielt eine bronzene Biene in der Kategorie Kultur und Gesellschaft. Wer an jüdischer Lebensweise interessiert ist oder einfach mal jüdische Begriffe erklärt haben möchte, findet hier umfassende Informationen, davon viele auch in Leichter Sprache.

Allen Gewinnern meinen herzlichen Glückwunsch.

zum Webauftritt des BIENE-Awards und zur Liste aller Gewinner